Angewandte Landschaftsökologie Wagner & Wagner Kartierungsprojekt
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Topographische Moortypen

Die Topographie eines Moores und seines Wassereinzugsgebiets kann als Zusatzkriterium bei der Ansprache des Moortyps herangezogen werden. Im Folgenden werden einige Beispiele für geomorphologische Grundformen genannt.

Wasserregime


Neigung des Moorwasserspiegels,
Strömung

Verlandung
(vl)
Versumpfung
(vs)
Durchströmung
(ds)
Überrieselung
(ür)
Horizontal,
± stagnogen
Ebene, Plateau, Kessel
z.B. Kessel-Niedermoor mit Verlandungsregime, Plateau-Hochmoor mit Versumpfungsregime)
 
  
schwach geneigt bis geneigt,
schwach rheogen
 
Tal
z.B. Tal-Überflutungsmoor mit Versumpfungsregime, Tal-Quellmoor mit Durchströmungsregime
  
geneigt,
rheogen
   
Hang
z.B. Hang-Quellmoor mit Überrieselungsregime
Komplexformen  
z. B. Kuppe - Hang - Mulde
(Deckenmoore)



Eine Vielzahl geomorphologischer Erscheinungen wird zur Benennung von eigenständigen Moortypen herangezogen, insbesondere die beiden folgenden Typen:


sog. Hangmoore

"Hangmoore" sind wegen des geneigten Grund- bzw. Moorwasserspiegels durch Überrieselungs- oder Durchströmungsregime gekennzeichnet.

An Hängen können alle Mineralstoffregimetypen auftreten (Regenwassermoore, Übergangsmoore, Niedermoore, Überflutungsmoore i.w.S.).

sog. Kesselmoore

"Kesselmoore" liegen gemäß der geomorphologischen Definition von Kesseln in allseitig von Hängen umgebenen, abgeschlossenen Hohlformen. Im Gegensatz zu gestreckten Becken ist der Grundriss kreisförmig.

Kesselmoore finden sich vor allem in Moränenlandschaften (Eiszerfallslandschaften) und in Vulkanlandschaften. Unter den Typ Kesselmoor fallen auch die Maare der Eifel (z.B. Strohner Märchen, Totes Maar) und die Sölle, die vor allem in Mecklenburg sehr häufig anzutreffen sind.

Hydrologisch abgeschlossene Kesselmoore sind durch Verlandungs- oder in späteren Stadien durch Versumpfungsregime gekennzeichnet. In Eiszerfallslandschaften mit kiesigem Untergrund kann auch Durchströmungsregime vorliegen.

Aus initialen Niedermooren können sich Übergangsmoore oder Regenwassermoore entwickeln. An den Rändern bleiben wegen des zufließenden Mineralbodenwassers meist Niedermoorsäume erhalten.

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01.03.2006

© ALW 2004 Angewandte Landschaftsökologie, Dr. Alfred und Ingrid Wagner, Unterammergau