Angewandte Landschaftsökologie Wagner & Wagner Kartierungsprojekt
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Wasserhaushalt

Der Wasserhaushalt spielt eine zentrale Rolle bei der Beurteilung der ökologischen Funktionen von Mooren und Feuchtgebieten. Wasserhaushaltiche Daten geben zusammen mit der Vegetation Aufschluss über Ursachen möglicher Beeinträchtigungen und zeigen potentielle Ansatzpunkte für die Sanierung eines gestörten Wasserhaushaltes.

Die Ermittlung hydrologischer Grundlagen gehört zumindest in einfacher Form zum Standardprogramm von Managementplänen, Pflege- und Entwicklungsplänen oder bei Umsetzungskonzepten zur Renaturierung von Mooren. Im Rahmen von Monitoringprogrammen dienen vor allem Grundwasserstandsmessungen zur Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen.

Informationen über den hydrologischen Zustand von Mooren liefert die Betrachtung der Oberflächengewässer insbesodere des Grabennetzes und der Grundwasserstände bzw. Wasserstufen. Für aussagekräftige Ergebnisse ist das betreffende Moor bzw. Feuchtgebiet immer in Zusammenhang mit seinem Wassereinzugsgebiet zu beurteilen.

Hydrologische Grundlagen

Grundlagen für das Verständnis des Wasserhaushalts der Moore und für die Beurteilung von Veränderungen liefert die Wasserhaushaltsgleichung.

Weitere wichtige Grundlagen sind das "Gesetz von Darcy" für das Fließverhalten von Wasser im Moorkörper und die "Fließformel nach Manning-Strickler" zur Berechnung von Oberflächenabflüssen. Sie bilden den theoretischen Hintergrund für Maßnahmen zur Moorrenaturierung

Eingriffe in den Moor-Wasserhaushalt oder in das Wassereinzugsgebiet eines Moores verändern das Zustrom- und Abstromverhalten sowie die Verdunstung.


Beispiele für Eingriffe in den Wasserhaushalt

  • Veränderung des seitlichen Zustroms (ZH) durch Fanggräben im Oberhangbereich eines Niedermoores mit Durchströmungsregime,
  • abgeschwächter Quellwasseraufstoß (ZV) durch Trinkwasserentnahme im Einzugsgebiet eines Quellmoores,
  • Erhöhung des seitlichen Abflusses (AH) durch einen unterstromigen Entwässerungsgraben,
  • Erhöhung des vertikalen Abflusses (AV) durch Druckabnahme bei gespanntem unteren Grundwasserleiter oder durch Abtorfung und geringer Resttorfmächtigkeit,
  • Verminderung der Verdunstung (ET) durch Fichtenaufforstung oder vollständige Öffnung einer Fläche aufgrund der höheren Windgeschwindigkeit und stärkeren Besonnung.


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01.03.2006

© ALW 2004 Angewandte Landschaftsökologie, Dr. Alfred und Ingrid Wagner, Unterammergau