Angewandte Landschaftsökologie Wagner & Wagner Kartierungsprojekt
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Grundwasserstände - Messnetz, Beprobungsturnus

Messungen der Grundwasserstände von Mooren dienen in erster Linie dazu, Belastungen des Wasserhaushaltes zu erkennen und zu bewerten. Dichte und Lage des Messnetzes sowie Beprobungsturnus sind individuell je nach Fragestellung und Komplexität des jeweiligen Gebiets festzulegen.

Auf Details zu Datenerfassung, und Ausbau der Grundwasser-Messstellen wird auf folgenden Seite eingegangen

Messnetz

Bereits bei der Konzeption eines Messnetzes muss darauf geachtet werden, dass flächenbezogene Aussagen abgeleitet werden können. Hierfür ist anzustreben, die Vegetation auf bestimmte Grundwasserstufen zu eichen.

Im weiteren Arbeitsverlauf können dann die punktuell gewonnenen Daten zum Moorwasserstand über die Vegetation in die Fläche übertragen und Schätzungen zur Torfbildungs- bzw. Mineralisationsrate abgeleitet werden. Die Auswahl der Grundwasser-Messstellen ist deshalb auf die Vegetationsverhältnisse des Gebiets abzustimmen. Sofern an den Messstellen keine Vegetationsaufnahmen erfolgen, sollte zumindest die Vegetation aussagekräftig charakterisiert werden (Vegetationstyp und Indikatorarten).

Für die Dichte gilt, je heterogener und komplizierter ein Moor aufgebaut ist, desto mehr Messstellen sind erforderlich, um seine Charakteristik zu beschreiben. Häufig wird sich das Messnetz-Design an vorrangig zu klärenden Fragestellungen orientieren. Ein ausschließlich statistischer Ansatz ist wegen der komplexen Wechselbeziehungen abzulehnen (Langguth & Voigt. 2004).

Abb. Messnetz-Design: Im Vorfeld von Maßnahmen zur Wiedervernässung wurden Grundwasser-Messstellen in zwei entwässerten Regenwassermooren eingerichtet (Finsterholzfilz und Röthenbachfilz). Referenz-Messstellen liegen in einem intakten bzw. wenig gestörten Regenwassermoor (Tannenbachfilz).


Peprobungsturnus

In Abhängigkeit von der Ablesehäufigkeit der Pegel können drei Intensitätsstufen unterschieden werden.

Typ I: Pegel-Messtellen und Messnetze mit hohem Aufwand

Pegelbeobachtung in kurzen Zeitintervallen mit elektronischen Datensammlern (selbstschreibenden Pegeln) bzw. mit häufiger Ablesung kommen in der Regel bei Projekten mit erhöhten Anforderungen zur Anwendung, z. B. zur Beweissicherung, im Rahmen von Grundwasserentnahmen oder in Gebieten mit Modellcharakter (Grundlagenarbeit).

Typ II: Pegel-Messtellen und Messnetze mit mittlerem Aufwand

Bei Pegeln mit reduzierter Ablesehäufigkeit sind die Ablesetermine so zu wählen, dass die Extremwerte (Höchst- und Niedrigstwasserstand) näherungsweise erfasst werden. Die Termine sind also in Abhängigkeit vom Witterungsverlauf (Niederschlag und Verdunstung) zu wählen.

Typ III: Pegel-Messtellen und Messnetze mit geringem Aufwand

Zur Groborientierung liefert bereits die näherungsweise Erfassung der Tiefstwasserstände in sommerlichen Trockenzeiten wichtige Ergebnisse.

Schwankungsbereich und Mittelwerte unterschieden Wasserstufengruppen

Schwankungsbereich und Mittelwerte unterschieden Wasserstufengruppen (ermittelt durch Auswertung eigener Grundwasserstandsmessreihen).


Sehr aufschlussreich sind Daten zur Absinkgeschwindigkeit des Wasserstands, die durch mindestens zwei Ablesetermine innerhalb niederschlagsfreier Perioden bestimmt werden. Als Bezugsgröße sollte die potentielle Verdunstung (z. B. nach Haude) für den Beobachtungszeitraum angegeben werden. Literaturangaben zur Absinkgeschwindigkeit liegen nicht vor, Messungen im Murnauer Moos und in Mooren westlich des Staffelsees ergaben aber eine enge Beziehung zwischen diesem Wert und den Niedrigstwasserständen sowie zwischen Absinkgeschwindigkeit und Amplitude des Moorwasserstands. Ausgehend von diesen Ergebnissen dürften beide Parameter (Tiefstwasserstand und Absinkgeschwindigkeit) auch im Rahmen von Erfolgskontrollen einsetzbar sein.

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28.03.2018

© ALW 2004 Angewandte Landschaftsökologie, Dr. Alfred und Ingrid Wagner, Unterammergau